Beispiel-Ausbau

Muster-Ausbau · Phase 12 von 12

Wohnmobil-Zulassung: von der Gasprüfung bis zur Versicherung

Nicht begonnen 5 Schritte 1.010 € Material ~11 h Arbeit

Der fertige Ausbau ist erst die halbe Miete — offiziell wird er mit der Umschreibung zum „Sonderkraftfahrzeug Wohnmobil“. Dieser Ablauf führt in der richtigen Reihenfolge durch Gasprüfung, TÜV-Einzelabnahme, Zulassung und Versicherung, damit kein Termin doppelt nötig wird.

1

Gasprüfung G607 durchführen lassen

💶 150 € ⏱ 2 h

Eine zugelassene Fachkraft (z. B. zertifizierter Caravan-/Gas-Sachkundiger, DVGW) die gesamte Anlage nach DVGW-Arbeitsblatt G607 prüfen lassen: Sicht-, Druck- und Dichtheitsprüfung aller Komponenten und Verbindungen. Nach bestandener Prüfung wird ein Prüfprotokoll ausgestellt — es ist Voraussetzung für die TÜV-Abnahme und muss regelmäßig (i. d. R. alle 2 Jahre) wiederholt werden.

💡 Profi-Tipp: Die Anlage so bauen, dass alle Verschraubungen und der Flaschenkasten zugänglich bleiben — der Prüfer muss jede Verbindung sehen und erreichen können, sonst gibt es keinen Stempel. Häufiger Fehler: Erst zum Prüftermin merken, dass eine Verbindung hinter fest verklebter Verkleidung liegt — dann muss die Verkleidung wieder runter.

2

TÜV-Einzelabnahme (§19.3 / §21 StVZO) vorbereiten

💶 200 € ⏱ 4 h

Unterlagen zusammenstellen: Zulassungsbescheinigung, G607-Gasprüfprotokoll, Auflastungsgutachten (falls erfolgt), eine technische Ausbaubeschreibung und Fotos der verdeckten sicherheitsrelevanten Bereiche (Gasanlage, Elektrik-Absicherung, Batterie- und Möbelbefestigung). Mit dem Prüfer vorab klären, ob eine Änderungsabnahme nach §19.3 oder eine Begutachtung nach §21 nötig ist, und Termin vereinbaren.

💡 Profi-Tipp: Vor dem Termin einen ehrlichen Vorab-Check fahren — Batterie verzurrt und abgedeckt? Hauptsicherung an der Batterie? Kabel in Wellrohr und scheuerfrei? Möbel und Gasflaschenkasten unlösbar mit der Karosserie verbunden? Das sind die typischen Durchfallgründe. Häufiger Fehler: Erst beim Prüfer auf Mängel stoßen — ein freundliches Vorgespräch vorab erspart die kostenpflichtige Nachprüfung.

3

Wohnmobil-Zulassung beantragen

💶 80 € ⏱ 2 h

Für die Einstufung als „Sonderkraftfahrzeug Wohnmobil“ müssen fest eingebaut und nutzbar sein: Sitzgelegenheit mit Tisch, eine Schlafgelegenheit (darf aus den Sitzen umgebaut werden), eine Kochgelegenheit und ein Stauschrank — alles dauerhaft im Fahrzeug verbunden. Mit dem positiven TÜV-Bescheid und der Zulassungsbescheinigung zum Straßenverkehrsamt und die Umschreibung beantragen; neue Papiere und ggf. Kennzeichen werden ausgestellt.

💡 Profi-Tipp: Tisch und Kochstelle wirklich fest (verschraubt, nicht nur steckbar) ausführen — ein nur lose eingestellter Campingkocher reicht für die Wohnmobil-Einstufung nicht. Häufiger Fehler: Über 3,5 t den Führerschein übersehen — dann ist C1 (bis 7,5 t) statt B nötig; rechtzeitig vor der Zulassung prüfen und ggf. erweitern.

4

Auflastung eintragen lassen

💶 580 € ⏱ 2 h

Falls in Phase 1 die Auflastung beschlossen wurde, das Auflastungsgutachten des Vermittlers beim Prüfer vorlegen und die neue zulässige Gesamtmasse in die Fahrzeugpapiere eintragen lassen. Das muss VOR oder gemeinsam mit der Wohnmobilabnahme geschehen, da der fertige Ausbau die ursprüngliche 3,5-t-Grenze sonst überschreitet — am effizientesten beide Termine kombinieren.

💡 Profi-Tipp: Auflastung und Wohnmobil-Abnahme beim selben Termin erledigen lassen — das spart eine zweite Vorführung und Gebühr. Häufiger Fehler: Die geänderte Achslast/Reifentragfähigkeit nicht beachten — die Auflastung gilt nur, wenn Reifen und (ggf. verstärkte) Federn die neue Last tragen.

5

Versicherung auf Wohnmobil umstellen

⏱ 1 h

Die Umschreibung dem Versicherer melden oder zu einem spezialisierten Wohnmobil-Tarif (z. B. ADAC, HUK, Allianz Camper) wechseln — diese sind oft günstiger und decken Ausbau-spezifische Risiken ab. Den Wert des Selbstausbaus (Möbel, Elektrik, Solaranlage) mit Belegen/Fotos dokumentieren und als Sonderausstattung in der Teilkasko mitversichern.

💡 Profi-Tipp: Eine Fotodokumentation und Rechnungssammlung des Ausbaus anlegen — im Schadenfall ist das die Grundlage für die Erstattung des selbst eingebauten Werts. Häufiger Fehler: Den Versicherer erst nach der Umschreibung informieren — der Zeitraum zwischen Bau und Wohnmobil-Zulassung ist sonst womöglich nicht ausreichend gedeckt.

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⚠️ Wichtiger Hinweis: Dieser Muster-Ausbau dokumentiert ein redaktionell recherchiertes Beispielprojekt und ersetzt keine fachliche Beratung. Die Bilder sind KI-generierte Illustrationen; Maße, Kosten und Arbeitsschritte sind real recherchiert. Nachbau auf eigene Verantwortung — alle Angaben ohne Gewähr. Sicherheitsrelevante Gewerke wie 230-V-Elektrik, Gas und Heizung gehören in die Hände einer Fachkraft oder müssen vor Inbetriebnahme von einer Fachkraft geprüft und abgenommen werden.

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